Harmoniemusik Füssen

Musiker sind vorsichtig optimistisch – AZ 09.02.17

Jahresversammlung Harmoniemusik Füssen trat 130 Mal auf. Vorstand freut sich auf Standkonzerte im Klosterhof, das Gautrachtenfest und hat Investitionen geplant 

Füssen Vorsichtiger Optimismus steht bei der Harmoniemusik Füssen an vorderster Stelle. Nach schweren Monaten und zusammen mit dem neuen musikalischen Leiter Markus Thaler, der mittlerweile seit eineinhalb Jahren am Dirigentenpult steht, sieht der Verein eine positive Zukunft für die Kapelle.

Als Vorsitzender wisse er nun, nachdem er die Vereinsführung vor einem Jahr übernommen habe, wie viel Arbeit, Engagement, Leidenschaft, aber auch Freude diese Aufgabe mit sich bringe, stellte Reiner Schneider bei der Jahresversammlung im Musiksaal fest. Insgesamt hatte die Kapelle über 130 Einsätze zu bewältigen – und dies trotz dünner Personaldecke. Von den 32 Aktiven sind sieben Musiker aufgrund von Studium oder auswärtigem Wohnort nur unregelmäßig präsent. „Trotz dieser personell angespannten Situation hatten wir unter anderem mit der Serenade im Klosterhof, dem Adventskonzert in der Stephanskirche und nicht zuletzt elf Standkonzerten am Stadtbrunnen, die übrigens 2017 wieder im Klosterhof von St. Mang stattfinden werden, uns gut präsentiert“, sagte Schneider. Als große Herausforderung sieht er das Gautrachtenfest Ende Juli 2017 in Füssen, bei dem einige Auftritte anstehen. 

Geschäftsführer Andreas Ullrich betonte, dass die derzeit gute Kassenlage darauf basiere, dass die vorherige Vorstandschaft „ordentlichst“ gewirtschaftet habe. Jedoch stehen 2017 einige große Brocken finanzieller Art auf dem Programm. Für Instrumente werden rund 7500 Euro benötigt, ein Faltzelt für die Konzerte im Klosterhof kostet circa 4000 Euro und bei der Neuanschaffung von Trachten für die Jugend und Damen müsse man mit mindestens 10 500 Euro rechnen. Für Letzteres seien Förderzusagen in Höhe von rund 2000 Euro zu erwarten – 1500 Euro vom Landkreis Ostallgäu.

Mit einem Dank an alle, die ihn die letzten Wochen und Monate unterstützt haben, begann Dirigent Markus Thaler seinen mit viel Engagement vorgetragenen Rückblick auf 2016. Ein „Knaller“ war für ihn die 74-prozentige Teilnahme an den Proben, bei der Vorsitzender Schneider mit 96 Prozent hervorstach. Besonders erfreulich war für ihn die Entscheidung, die Standkonzerte 2017 wieder im Klosterhof abzuhalten. „Denn da gehören wir hin – das ist der passende Rahmen.“ Die erfolgreichen Auftritte unter anderem bei der Bezirksversammlung, beim Musikfest in Schwangau, beim Gautrachtenfest in Bidingen und das hervorragende Adventskonzert in der Stephanskirche haben der Harmoniemusik viel Lob eingebracht. 

Eingefahrene Wege verlassen

„Ich liebe meine Arbeit mit Euch und habe großes Vertrauen, dass sich alles zum Guten wendet“, sagte der Dirigent. Getreu dem Motto: Einer für alle – alle für einen. Thaler fügte hinzu: „Wir als Verein haben den freien Fall nach meiner Meinung aufhalten können und sollten uns jetzt daran machen, den großartigen Verein wieder aufzubauen.“ Noch sei man von diesem Ziel ein Stück weit entfernt, aber man könne durchatmen, werde noch manches über Bord werfen müssen, aber vieles werde zukünftig auch Bestand haben. „Wir sollten eingefahrene Wege verlassen sowie den Mut und Glauben dazu haben, Neues zu wagen“, richtete er seinen Appell an die Musiker. (cl)