Harmoniemusik Füssen

Ein Konzert, viele Glanznummern – AZ 11.04.17

HARMONIEMUSIK FÜSSENER ORCHESTER BIETET UNTER DIRIGENT MARKUS THALER TROTZ KNAPPER BESETZUNG EIN ANSPRUCHSVOLLES PROGRAMM UND ERNTET VERDIENTEN APPLAUS. EINE REMINISZENZ DARF NICHT FEHLEN

Füssen Das Konzert der Harmoniemusik Füssen hat einen Abend mit vielen Glanznummern auf hohem Niveau geboten. Markus Thaler, der erst seit zwei Jahren die Blaskapelle leitet, hatte mit seinen Musikern ein äußerst anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Es war gespickt mit Stücken aus der Ober- und Höchststufe. Die Zuhörer in der gut gefüllten Aula des Gymnasiums waren sichtlich begeistert. Wenn man bedenkt, dass die Register teilweise nur mit einem oder wenigen Musikern besetzt sind, verdient die Leistung der Kapelle höchstes Lob. Es musste wohl viel Fleiß, eiserner Wille und Konsequenz in der Probenarbeit aufgebracht werden. Zudem gelang es Thaler offensichtlich, seine Musiker zu beflügeln und zu begeistern. Befreundete Musiker aus anderen Kapellen integrierten sich hervorragend in den Klangkörper.

Einen versierten Moderator hatte die Kapelle mit Dr. Paul Wengert, der als „Reiseleiter auf einer großen musikalischen Reise“ in seinen Ansagen jedes Stück detailliert erklärteund wertvolle Informationen zu den einzelnen Komponisten gab.

Majestätische Fanfaren mit leuchtenden Blechbläsern und rhythmische Spannung setzten einen kraftvollen Anfang im „Concert Prelude“ von Philip Sparke. Anschwellende harmonische barocke Bläserakkorde und eine liedhaft geführte Melodie im hohen Holz ließen beim „St. Thomas Choral“ von Pavel Stanek die volle Entfaltung der Ausdruckskraft des Klangkörpers zu. Nur etwa sechs Minuten, nicht 80 Tage, dauerte die Reise um die Welt in dem spannenden, filmmusikartigen Werk von Otto M. Schwarz. Die einzelnen Register vermittelten mit ihren herrlichen Klangfarben vielfältige Hörbilder Indiens, Arabiens und Europas. Höhepunkt und zugleich Herausforderung war die Darbietung der viersätzigen Suite „The Wind in the Willows“ von Johann de Meij. In einer Hommage an das gleichnamige Kinderbuch werden Instrumente und Schlagwerk in hohem Maße für Lautmalereien gefordert. Die tiefen Register erledigten selbstbewusst ihren Part beim geheimnisvollen Fluss. Den Kontrast mit leichtem Wellenschlag übernahmen gekonnt Klarinetten und Flöten. Die Soloposaune entpuppte sich als extravaganter Kröterich mit verrückten Eskapaden. Ratte und Maulwurf sonnten sich im gefälligen Fluss der Melodie und schließlich entlud sich alles in einer triumphalen Parade.

Beliebte Filmmusiken waren vor allem im zweiten Teil des Programms eingebaut. Die bekannten Melodien Toshio Mashimas in „Beauty and the Beast“ kamen so locker herüber, dass die kniffligen Tonwechsel und Tempi gar nicht auffielen. Große symphonische Blasmusik bot die Kapelle mit „Moment für Morricone“, arrangiert von De Meij. Die Bilder des Wilden Westens zogen vor das geistige Auge. Gänsehautcharakter war angesagt bei „Spiel mir das Lied vom Tod“. In „Miss Marple“ von Ron Godwin gefielen die stakkatoartigen Einschübe, die den schrulligen Charakter dieser Figur trefflich zeichneten. Gut gelang die Mischung aus Sportfanfare und Rockmusik in „Gonna Fly Now“ von Bill Conti. Ein Ohrenschmaus war der swingende „Jazzwaltzer“ von Otto M. Schwarz.

Nach langem Beifall durften bei den Zugaben die Märsche nicht fehlen und in Füssen schon gar nicht der „König Ludwig II. Marsch“, der zusammen mit dem „Castaldo Nova“ zu Gehör gebracht wurde. 

Ehrungen für Musiker

  • Gottfried Groß, Vorsitzender des Bezirks 3 Füssen im Allgäu Schwäbischen Musikbund, überreichte Urkunden für langjährige Mitgliedschaften:
    • 25 Jahre Susanne Wengert » 15 Jahre Christa Luitz, Lisa Schneider, Wera Schneider und Christian Rauch
    • Zehn Jahre Daniel Ziegler, Rebek ka Loderer und Sandra Linder
  • Der Vorsitzende der Harmoniemusik, Reiner Schneider, übergab Urkunden an: Patrizia Köpf (zehnjährige Vorstandstätigkeit, Karin Ansorg (zehn Jahre), Ulrike Loderer (30 Jahre Mitglied), Tobias Rösler (20 Jahre Mitglied) und Winfried Kröner (schei det nach zehn Jahren aus Gesund heitsgründen aus). (kb)

VON KLAUS BIELENBERG